Was ich an David Hockney mag …

David Hockney kann für aktuelle Kunst begeistern

Der Maler David Hockney starb am 11. Juni 2026 – das war auch für mich eine schlechte Woche, weil Migräne und Stimmungstief sich verbrüderten und mich ausknockten. Hockney gehört für mich zu den Künstlern, die Menschen für aktuelle Kunst erwärmen können, die dem ganzen “Kram” vielleicht eher ablehnend gegenüber stehen. Denn – man kann darauf etwas erkennen! Sie sind schön bunt und die Motive erinnern teilweise an Urlaub: Swimming Pools, Palmen, großzügige Landschaften, Menschen der heutigen Zeit.

Sicher ist das kein Entscheidungskriterium für Kunst, aber es hilft vielen Menschen, einen Zugang zu Kunst zu finden. Und wie heißt es so schön in der Medizin: wer heilt, hat Recht.

Wenn man sich tiefer damit beschäftigt, erkennt man ohnehin, wie Hockney hinter der netten Oberfläche und dem handwerklichen Können intensiv unsere fragile und zugleich wunderbare menschlichen Existenz beobachtet.

Handwerk und Freiheit – eine unschlagbare Kombination

Mich begeistert an seinen Arbeiten die Kombination aus handwerklichem Zeichner-Können und malerischer Freiheit, denn häufig führt handwerkliches Können in eine gewisse Enge der Gestaltung und zu viel malerische Freiheit verliert die Haftung zum Handwerk. Das ist bei ihm nicht der Fall. Er wechselt munter und leichtfüßig zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion und wir gehen gerne mit. Abstraktion ist für ihn ganz einfach die Grundlage der Kunst – und da gehe ich voll mit:

„All painting, no matter what you are painting, is abstract in that it’s got to be organized.“

Meine Hockney-Bücher

Ich habe drei Bücher von bzw. zu David Hockney in meinem Bestand, aus denen ich in diesem Video auf YouTube plaudere:

  • David Hockney’s Dog Days, von David Hockney
  • Hockney on Art, Conversations with Paul Joyce
  • David Hockney, Paul Melia + Ulrich Luckhardt

Also schau vorbei!

Kunst und Technik – kein Widerspruch

Künstler leisten selten theoretische Beiträge zur Kunstgeschichte, aber David Hockney war immer sehr an der Verbindung von Kunst und Technik interessiert. Er hat versucht, experimentell nachzuweisen, dass Maler seit dem 15. Jahrhundert, wie Holbein, Dürer, Caravaggio, die Camera Obscura und die Camera Lucida zur Herstellung ihrer Bilder benutzt haben. Das Buch heißt: „Geheimes Wissen: Verlorene Techniken der Alten Meister wiederentdeckt“ (auf Englisch: „Secret Knowledge: Rediscovering the Lost Techniques of the Old Masters“, 2006). Es gibt auch einen Dokumentarfilm dazu, und Buch wie Film kann ich nur empfehlen.

Sein Interesse an dem Zusammenspiel von Kunst und Technik zeigt sich übrigens nicht nur in seiner Erforschung der Camera Obscura, sondern auch in seinen eigenen Werken. Ich denke da an die großformatigen, kubistisch anmutenden Fotocollagen aus Polaroid-Bildern und die zahlreichen digitalen Malereien, die mit dem I-Pad bzw. I-Phone entstanden.

Natürlich ist nicht jedes Resultat ein supertolles Gemälde, aber das ist bei jedem Kunstmenschen so. Aber man kann sich von dieser unkomplizierten Einstellung nur inspirieren lassen!

Ein paar Links

Eine Ausstellung von 2020/21 in der Galerie Lelong, Paris, mit Hockneys Normandie-Bildern findest Du – solange der Link funktioniert – >> hier online.

Und in der >> Tate Gallery London gibt es ebenfalls jede Menge Bilder und wunderbare Zeichnungen anzuschauen.

Willst Du mal mit Kindern ein Kunstprojekt zu David Hockney machen? Dann >> schau Dir hier den „Bigger Splash“ an.

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